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Holistic Health Blog

  • AutorenbildNicole Zimmermann

Binaurale Beats - Besser meditieren mit Brainwave-Musik

Meditation ist ja so eine Sache. Eine Sache, die man üben muss. Man muss üben, gar nichts zu tun und vor allem gar nichts zu denken. Wer das schon einmal versucht hat, weiß, wie schwierig das ist. Oder ist vielleicht ein Naturtalent im Nichtdenken… Naja, ich jedenfalls nicht. Leider.



Mein steiniger Weg zum ersten Meditationserfolg


Ich habe es immer mal wieder versucht und immer wieder frustriert aufgegeben. Dabei habe ich verschiedene Dinge durchgetestet. Zum Beispiel Apps oder YouTube Anleitungen. Und natürlich klappt das ein bisschen, denn wenn mich jemand vollsabbelt, kann ich nicht gleichzeitig denken, außer ich schweife ab. Also gut, habe ich mich immerhin schonmal nur auf das zugegebenermaßen äußerst beruhigende Gerede konzentriert. Aber so richtig fühlte sich das für mich auch nicht an. Und jedes Mal, sobald die Stimme eine Pause machte, in der ich nichts denken oder meine Gedanken nur beobachten oder auf einem Fluss dahintreiben sehen sollte, ging es wieder los – mein Monkey Mind schrie herum und ich war frustriert.


Vipassana Meditation in Bangkok


In einem Kloster in Thailand bei einem Tagesseminar zur Vipassana Meditation gelang es mir dann endlich. Der anleitende Mönch war sehr sympathisch und ich saß auf dem Boden und konzentrierte mich. Stundenlang, denn ich wollte mir vor dem sympathischen Mönch und mir selber ja nicht die Blöße geben und einfach gehen - obwohl ich damit nicht mal die Einzige gewesen wäre. Ich wollte es wirklich. Und nach stundenlangem Herumsitzen, tauben Beinen und Gedanken-Geschrei in meinem Kopf passierte es: Die Meditationsrunde war plötzlich vorbei. Ich öffnete die Augen, die Uhr hatte einen Sprung gemacht und einige meiner Mit-Meditierenden waren sogar schon gegangen. Ich hatte all das nicht mitbekommen, war wohl so tief im Nirvana oder so. Die erfolgreichste Meditation, die ich bis zu diesem Zeitpunkt hatte. Oder vielleicht hatte ich auch nur gelernt, im Lotussitz zu schlafen.



Von Vipassana zu Brainwaves


So viel Zeit und Sitzfleisch und so eine spezielle Umgebung wie im Kloster in Bangkok konnte ich mir nun ja aber nicht immer gönnen. Und Meditation sollte für mich doch bestenfalls sogar täglich möglich sein. Das thailändische Kloster war also für mich keine Lösung. Doch dann erfuhr ich zufällig etwas über Brainwaves. Also die verschiedenen Frequenzen, in denen unser Gehirn, je nach Tätigkeit, schwingt. Von Frequenzen hatte ich in meinem Studium schon mal etwas gehört und dass unser Gehirn auf Basis von Elektrizität funktioniert, war mir auch nicht neu. Gehirnfrequenzen oder Brainwaves schienen mir also ganz plausibel.


Die verschiedenen Brainwaves unseres Gehirns


Und zwar schwingt das Gehirn, je nachdem, was es gerade treibt, in einer anderen Frequenz. Also quasi wie ein Radio mit verschiedenen Sendern. Man teilt diese grob wie folgt auf:


Delta Waves

unter 4 Hz

Unser Gehirn schwingt in dieser Frequenz, wenn wir im traumlosen Tiefschlaf sind. Auch die Gehirne von Babys unter einem Jahr befinden sich größtenteils in der Delta Frequenz. Dieser Zustand ist unbewusst.


Theta Waves

4 – 8 Hz

Unser Gehirn befindet sich in der Schwingung der Thetawelle, wenn wir (tief) meditieren oder wenn wir im leichten Traumschlaf sind bzw. in der sogenannten REM-Phase. In diesem Moment ist unser Gehirn vor allem im Unterbewussten aktiv. Wache Kinder bis etwa 13 Jahren befinden sich häufig in dieser Gehirnschwingung, Erwachsene hingegen im wachen Zustand gar nicht mehr.


Alpha Waves

8 - 12 Hz

Schwingt unser Gehirn mit der Frequenz der Alphawelle, haben wir die Augen geschlossen, sind aber wach und entspannt, wir tagträumen vielleicht. Diese Welle bildet quasi die Brücke zwischen dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein.


Beta Waves

13 – 30 Hz

Man unterteilt die große Bandbreite der Beta Waves noch in oberes, mittleres und unteres Beta, aber allgemein kann man sagen, dass es die ‚normale Welle‘ ist, die unser Gehirn reitet, wenn wir wach und wachsam sind, nachdenken und Entscheidungen treffen. Unsere “Alltagswelle” sozusagen.


Gamma Waves

30 Hz bis 44 Hz

Auf der Gammawelle schwingt unser Gehirn, wenn komplizierte Denkprozesse verarbeitet werden oder wenn unser Gehirn schwierige Aufgaben oder viele Aufgaben gleichzeitig erledigen muss. Oder wenn wir sehr fokussiert sind.



Brainwaves werden seit 100 Jahren wissenschaftlich erforscht

Für wen das jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch klingt: In der Medizin werden die Gehirnfrequenzen mittels eines Elektroenzephalogramms (EEG) gemessen, um beispielsweise festzustellen, in welchem Bewusstseinszustand sich Wachkomapatienten befinden. Wir sind also noch im Bereich der Schulmedizin. Die Sache mit den Brainwaves ist allerdings noch nicht so gut erforscht. Wie übrigens unser ganzes Gehirn nicht. Man geht davon aus, dass man weniger als 5% von dem versteht, was unser Gehirn so macht.


Brainwave-Musik kann sogar Schmerzen lindern

Wenn du dich jetzt fragst, ob dir das bei der Meditation helfen kann, kommen hier die guten Nachrichten: Dieses Wissen und die entsprechenden „Instrumente“ nützen nicht nur zur Meditation, sondern noch zu einigem mehr.

Die Theorie dahinter ist simpel: Indem wir dem Gehirn eine gewisse Frequenz von außen vorgeben, stellt sich das Gehirn nach einer Weile auf diese Frequenz ein. Wir können unser Gehirn damit also zum Beispiel leichter in die Alphawellen-Schwingung und damit in einen entspannten Zustand versetzen. Die Forschung hierzu steht noch ganz am Anfang. Es konnte jedoch schon nachgewiesen werden, dass die Gedächtnisleistung mit Brainwave Musik gesteigert werden kann (Beta-Frequenz) und die Beschallung mit diesen speziellen Frequenzen einen positiven Effekt auf die Linderung von Schmerzen und die Behandlung von Angstzuständen hat.


Wie wir mit binauralen Beats unser Gehirn manipulieren können

Und wie geht das jetzt? Es gibt verschiedene Arten von Brainwave Musik, am bekanntesten oder vermutlich am wirksamsten sind aber die sogenannten Binauralen Beats. Binaural bedeutet dabei „beide Ohren betreffend“. Hierbei wird eine Frequenz, sagen wir mal 350 Hz, auf das eine Ohr gegeben und eine andere Frequenz, 360 Hz, auf das andere Ohr. Da unser Gehirn auf das räumliche Hören eingestellt ist, entsteht eine Differenzfrequenz im Gehirn, in unserem Beispiel 10 Hz. Und mit 10 Hz schwingt nun mal unsere oben genannte Alpha-Gehirnwelle. So können wir unser Gehirn also manipulieren und ihm helfen schneller abzuschalten und in einen Entspannungszustand zu gelangen. Wichtig beim Hören der Binauralen Beats ist es, Kopfhörer zu tragen, damit die unterschiedlichen Frequenzen auch zu jeweils einem Ohr gelangen. Es gibt inzwischen auch sogenannte Monaurale Beats und allerhand andere Technologien mit ähnlicher Wirkweise, wobei es aber keinen Unterschied zwischen dem rechten und linken Ohr mehr gibt. So kann man diese auch über einen Lautsprecher hören.


Brainwave Training mit wenig Aufwand

Also einfach Binaurale Beats an und los? Ja, im Prinzip schon. Das Gehirn hat ja bis zu unserem Tod eine gewisse Neuroplastizität, das bedeutet, es kann sich bis zum Schluss verändern und dazu lernen (so viel für all diejenigen, die sagen, man könne sich im Alter nicht mehr ändern. Wissenschaftlich gesehen ist das nämlich Quatsch). Auch das Gehirnwellen Training kann unser Gehirn sehr schnell erlernen. Man geht davon aus, dass die ersten Effekte schon nach wenigen Sessions spürbar werden. Normalerweise versetzen wir unser Gehirn sowieso jeden Tag in die Thetafrequenz, nämlich wenn wir schlafen gehen. Wenn wir das also nun mithilfe der binauralen Beats auch tagsüber üben, werden wir darin immer besser und können unser Gehirn schneller und einfacher in den Zustand versetzen, in dem wir meditieren können.


Binaurale Beats nicht nur zur Meditation


Die Gehirnwellen-Musik ist außerdem nützlich bei Schlafstörungen, um sich beispielsweise bei der Arbeit besser konzentrieren zu können, um sich Erlerntes besser merken zu können oder um seine Kreativität anzukurbeln. Und auch körperliche Heilung soll mit dieser Frequenztherapie möglich sein, beispielsweise bei Kopfschmerzen. Dazu wird aktuell noch geforscht.


Neowake - Die Zukunft des Mental Trainings

EIn Kölner Unternehmen bietet mit den neowake Sessions eine große Auswahl an verschiedener Brainwave Musik, größtenteils wissenschaftlich belegt. Aber auch die weniger erforschten Frequenzen kann man hier ausprobieren. Man kann die Sessions teilweise auf YouTube testen, wobei man sagen muss, das Youtube die Frequenzen komprimiert und deswegen die Wirkung etwas eingeschränkt wird.


Zum Meditationserfolg mit Brainwave Musik


Brainwave Musik - eine Abkürzung zur tiefen Meditation und Entspannung also? Ja, zugegebenermaßen eine kleine, man muss sich nur darauf einlassen und am besten die üblichen Empfehlungen zur Meditation befolgen: Ein entspannter Ort, ein bisschen Zeit und Ruhe für sich selber, Handy aus und natürlich regelmäßiges Training. Am besten jeden Tag zur gleichen Zeit, um eine Gewohnheit zu etablieren - 10min. reichen schon aus.


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